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Affalter = Apfelbaum
Erstmals erwähnt wurde Affalterbach in einer Urkunde vom 9. Januar 972.
Aber dieses Datum sagt nichts über das tatsächliche Alter unserer
Gemeinde aus.
Bekannt ist, dass in einer Entfernung von wenigen Kilometern von hier der Schädel
des Urmenschen von Steinheim, dessen Alter auf 250.000 Jahre geschätzt
wird, gefunden wurde. In vielen Geschichtsbüchern wird die Meinung vertreten,
dass alle Europäer von diesem Homo steinheimensis abstammen.
Die ältesten Funde auf unserer Markung sind ca. 6.000 Jahre alt. Beim
Bau der Erdgasleitung wurde im Ortskern unserer Gemeinde die Überreste
eines Dorfes aus der Jungsteinzeit gefunden. Aber damit nicht genug, weitere
Funde gibt es auch aus der Urnenfelderzeit und aus den Zeiten der keltischen
und römischen Besiedlung unseres Raumes. Unser Gemeindenamen Affalter =
Apfelbaum deutet darauf hin, bereits im Jahr 972 gab es hier mehr Obstbau als
andernorts. Noch 1965 standen auf unserer Markung 29.907 hochstämmige Obstbäume.
Das macht verständlich, weshalb sich die Gemeindeverwaltung so nachhaltig
für die Erhaltung der Obstbäume einsetzt: Wir sind es unserem Gemeindenamen
schuldig.
Das Jahr 496 ist für Affalterbach von großer Bedeutung. Den Alemannen
(unseren Vorfahren, soweit wir Schwaben sind) war es im Laufe von 200 Jahren
gelungen, ein riesiges Gebiet zu erobern. Die Franken stellten sich 496 südlich
von Köln zur Schlacht. Sie besiegten die Alemannen und warfen sie weit
nach Süden zurück. Als Grenze bestimmten sie eine Linie, die über
den Lemberg und Hohenasperg verlief. Damit war die Markung Affalterbach unmittelbares
Grenzgebiet geworden. Vermutlich richteten die Franken am Lemberg einen Militärposten
ein, der von diesem beherrschenden Punkt aus die Grenze sicherte und den Straßenverkehr
überwachte, da über unsere Markung ein wichtiger Völkerweg führte.
Bedeutende Gemeinde
Wie groß Affalterbach 972 war, das wissen wir nicht. Aufzeichnungen gibt
es erst ab 1525. Damals standen in Affalterbach 43 und in Wolfsölden drei
Häuser, in denen 270 Einwohner lebten. Bis 1584 hatte sich die Zahl der
Wohngebäude und der Einwohner annährend verdoppelt. Großes Unheil
brachte der Dreißigjährige Krieg über Affalterbach. Um 1640
dürften die letzten Überlebenden ihr Heimatdorf verlassen haben, das
nun bis Frühjahr 1649 der Zerstörung und dem gänzlichen Verfall
preisgeben war. Eine Bestandsaufnahme im Jahr 1652 ergab, es war kein einziges
Haus mehr intakt und bewohnbar. 50 Jahre später (1703) wohnten in Affalterbach
344 Einwohner. Innerhalb von 100 Jahren verdreifachte sich diese Zahl. 1802
hatte Affalterbach 1.033 Einwohner.
Diese Entwicklung brachte erhebliche soziale Probleme mit sich, da die Lebensgrundlagen
dieselben geblieben waren. Trotzdem stieg die Einwohnerzahl weiterhin sprunghaft
an. 1864 erreichte sie mit 1.532 ihren vorläufigen höchsten Stand.
Damit war Affalterbach eine der bedeutendsten Gemeinden des Oberamts Marbach.
Wie überall in unserem Lande waren auch in Affalterbach die wirtschaftlichen
Verhältnisse schlecht, da die Landwirtschaft die vielen Menschen nicht
mehr ernähren konnte. Manche Einwohner versuchten sich als Handwerker.
So gab es in Affalterbach im Jahre 1806 nicht weniger als 10 Schneider, 18 Weber,
8 Schuhmacher, 4 Metzger, 1 Müller, 4 Bäcker, 5 Schmiede, 3 Wagner,
4 Küfer, 7 Maurer, 7 Zimmerleute, 2 Schreiner, 2 Schäfer und 1 Barbier.
Die meisten von ihnen erreichten nicht einmal ein Existenzminimum. So verließen
viele Menschen ihre Heimat und suchten ihr Glück in der Ferne. Von 1816
bis 1910 wanderten 496 Affalterbacher aus. Die meisten (383) gingen nach Amerika.
Erst durch die beginnende Industrialisierung zum Ende des 19. Jahrhunderts verbesserten
sich die wirtschaftlichen Verhältnisse. Allerdings ging diese Entwicklung
an Affalterbach vollkommen vorbei. Handel und Gewerbe konnten hier nicht Fuß
fassen. Dazu trug der Gemeinderat seinen Teil bei, denn er wollte Affalterbach
als eine landwirtschaftliche Gemeinde erhalten. Viele Menschen zogen deshalb
weg. So ging die Einwohnerzahl ständig zurück und erreichte 1939 mit
1.034 ihren niedrigsten Stand.
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Affalterbach